Studienwahl – Was soll ich studieren? –

Studienwahl eine komplexe Entscheidung

Studienwahl – zweifelsfrei. Das richtige Studium zu wählen ist eine sehr weitreichende Entscheidung. Die stetig steigende Zahl von Studienratgebern, Fachbüchern und Onlineportalen zu diesem Thema unterstreichen die Wichtigkeit der Fragestellung. Das derzeitige Angebot an Studiengängen ist sprunghaft angestiegen und hat ein nahezu unüberschaubares Ausmaß angenommen. 7.685 Bachelor-Studiengänge wurden für das Wintersemester 2014/2015 alleine in Deutschland angeboten. Allein dieses macht die richtige Studienwahl zu einem komplexen Enscheidungsproblem. Das aktuelle Buch zur Studien- und Berufswahl 2014 / 2015, welches von den Ländern und der Agentur für Arbeit herausgegeben wird, umfasst 656 Seiten!

Viele Schilder symbolisieren Komplexität bei der StudienwahlParallel zum Anstieg der mit dem riesigen Angebot verbundenen Möglichkeiten steigt gleichermaßen auch die Unsicherheit.

  • Kann man den mittlerweile hochprofessionellen Marketingaussagen, mit denen die Studiengänge zum Teil angepriesen werden trauen?
  • Wie viel Bezug zum Arbeitsmarkt hat ein Studiengang wirklich?
  • Welche Chancen ergeben sich hieraus für die spätere berufliche Entwicklung?
  • Entspricht das Studium wirklich meinen Neigungen?

Studienwahl und Bologna

Zu der ohnehin schwierigen Entscheidung bei der Studienwahl gesellt sich die massive Kritik über das Bachelor-Studium. Zu lesen ist von gravierenden persönlichen Problemen der Studierenden, die sich angesichts der kurzen Studiendauern bei hohen Leistungsanforderungen ergeben. Nicht selten sind Leistungsstörungen, Depressionen, massive Motivationsprobleme und Studienabbruch oder Studienfachwechsel die Folge.

Zunehmend mehren sich auch wieder die Stimmen aus der Wirtschaft, die im Rahmen der Bologna-Reform sehr lautstark nach immer jüngeren und besser ausgebildeten Arbeitskräften gerufen haben. Die anfängliche Euphorie über ein schnell abgeschlossenes Studium mit angeblich berufsqualifizierendem Abschluss ist teilweise einer großen Skepsis gewichen.

Den Studienabgängern fehle es an praktischen Erfahrungen.

Identifikation mit dem Studium

Die Beratungs- und Vermittlungserfahrung der PW-Praxis spiegelt neben diesen Entwicklungen eines eindeutig wieder. Die Studierenden, die sich zu 100 Prozent mit Ihrem Studiengang identifizieren, sind später deutlich eher in der Lage, in den Unternehmen selbständig zu handeln und die Ihnen übertragene Verantwortung auch zu übernehmen. Ferner sind es genau diese Absolventen, die die Fähigkeit entwickelt haben, eigenständig die Defizite der Studiengänge auszugleichen. Entsprechend gelingt es ihnen nicht nur im Vorstellungsgespräch zu überzeugen, sondern auch dauerhaft am Arbeitsmarkt zu bestehen.

Auch vor diesem Hintergrund kommt also der einer richtigen Studienwahl eine weitreichende Bedeutung zu. Es kommt entscheidend auf zwei Faktoren an:

  • Eigeninteresse und
  • (prognostizierte) Arbeitsmarktentwicklung.

Aber genau hier sind Eltern, Freunde oder Lehrer, als beratende Instanzen häufig überfordert. Ratschläge wie: „Studier doch Betriebswirtschaftslehre, da bekommst Du später sicher einen Job“ oder „Mach doch was mit Medien, das hat Zukunft“ gehen häufig vollständig an der Persönlichkeit der Studierenden und auch am Marktbedarf vorbei. Häufig verschlimmern Sie die eh schon sehr komplexe Entscheidungssituation bei der Studienwahl noch erheblich.

Die Empfehlung für die Studierenden lautet daher, sich in einem ersten Schritt gezielt mit den eigenen Fähigkeiten, den eigenen Interessen, Wünschen und Motivationen auseinanderzusetzen. Das Stichwort heißt hier „Selbstklärung“. Hierbei gilt es sich von den Vorstellungen des Umfeldes frei zu machen und sich zu einem frühen Zeitpunkt bei der Studienwahl folgende Fragen zu beantworten.

  • Was macht mir wirklich Spaß?
  • Wo sind meine Stärken?
  • Welche Themen sprechen mich besonders an?

In den Coachings der PW-Praxis zur Studienwahl kann festgestellt werden, dass in dieser ersten Phase häufig der Schlüssel zum Erfolg liegt. Viele der Kunden setzen sich in diesem Rahmen erstmalig gezielt und aktiv mit Ihren Talenten und Stärken auseinander. Das Thema „Selbstklärung“ kommt während der schulischen Ausbildung häufig viel zu kurz und oftmals gibt es keinen geeigneten Rahmen für die Suche und die Entfaltung der individuellen Stärken. Im Rahmen einer professionellen Persönlichkeitsanalyse kann hier die nötige Klarheit und Orientierung geschaffen werden, sich zielgerichtet mit dem Studien- und Marktangebot auseinanderzusetzen.

Auf dieser Basis fällt es dann deutlich leichter, sich dem riesigen Angebot bei der Studienwahl gezielt zu stellen. In einem zweiten Schritt gilt es dann die eigenen Interessen mit dem Angebot abzugleichen und auf Realisierbarkeit zu prüfen. Mit gezielten Fragen werden Alternativen eingegrenzt und konkretisiert.

  • Welche Studienangebote passen mit meinen Interessen und Fähigkeiten zusammen?
  • Kann ich die Studiengänge mit meinem NC antreten?
  • Gibt es Alternativen, mich meinen Interessen über andere ähnliche Studiengänge zu nähern?
  • Wie arbeitsmarktreal sind diese Angebote?
  • Sichert mir das Studium eine langfristige berufliche Perspektive?
  • Wie laufen die Bewerbungsverfahren der jeweiligen Hochschulen ab?
  • Wie gestalten sich die Hochschul-Rankings?

Am Ende des Prozesses der Studienwahl werden alle gewonnenen Erkenntnisse zusammengeführt und für die Entscheidung aufbereitet.

Im Fazit bleibt die dringende Empfehlung, die vielleicht wichtigste Entscheidung im (beruflichen) Leben nicht dem Zufall zu überlassen. Die richtige Planung der beruflichen Zukunft sollte auf einem soliden Fundament aufgebaut sein. Die wichtigsten Bausteine hierbei sind Selbstreflektion und Arbeitsmarktrealität.

FSi

3 Kommentare zu “Studienwahl – Was soll ich studieren? –

  1. Tja, voller Wehmut lese ich nun Ihren Artikel zur richtigen Studienwahl. Wahrlich eine wichtige Entscheidung im Leben. Ich wünschte ich hätte mir meine damalige Entscheidung BWL zu studieren gründlicher überlegt. Die Aussicht auf einen blühenden Arbeitsmarkt war damals die treibende Kraft, aber meine eigenen Motivationen habe ich wohl nur unzureichend berücksichtigt. Es gilt eben beide Faktoren mit einzubeziehen. Die Erfahrung hat mich aber zumindest gelernt, jetzt auf meine Kinder keinen einseitigen Einfluss auszuüben.
    Liebe Grüße aus Emmerich

  2. Ich sehe das ein wenig kontrovers. Ja, die Studienwahl ist eine sehr wichtige Entscheidung. Dennoch kommt es später auch darauf an, was man daraus macht. Unabhängig von der eigentlichen Studienfachwahl wird man doch befähigt, sich selbständig Themenkomplexe zu erschließen und hier seine Fähigkeiten auszubauen. Schwerpunkte ändern sich im Leben. Kernkompetenzen, die man an den Hochschulen vermittelt bekommt bleiben!
    Dr. Hanna Mayer

  3. Hallo,

    ja, ich denke auch, dass man das differenziert sehen muss. Die Studienfachwahl ist und bleibt für viele eine sehr wichtige Entscheidung, die weitreichende Folgen für die eigene Persönlichkeitsentwicklung und den eigenen Lebensweg hat. Auch ist die Angebotsvielfalt nicht nur eine Bereicherung, sondern kann – wie hier schön beschrieben – zusammen mit den Anforderungen der Unternehmen und den Kritiken am Bachelor, schnell zu einer Überforderung des einzelnen mit der Situation führen. Da ich persönlich bisher keine gute Beratung von öffentlicher Seite wie der Arbeitsagentur erfahren habe und bisher auch leider keinen kenne, der mir von gegenteilige Erfahrungen berichten konnte, freue ich mich, dass Sie hier eine private, sehr vielversprechende Alternative anbieten. Für Schulabgänger, die sich für ein Studium entscheiden wollen, aber auch für alle, die vielleicht schon studiert haben, damals die Möglichkeit auf eine gute Beratung nicht hatten und jetzt nochmal neu starten wollen. Denn: es ist nie zu spät!

    Schöne Grüße
    Emily

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